Von Sorrento bis Minori – Roadtrip an der Costiera Amalfitana

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Ein Erlebnis das mir keiner mehr nehmen kann und welches ich wirklich jedem von ganzem Herzen empfehlen kann: ein Roadtrip an der Costiera Amalfitana. Ich verrate Euch heute unsere Stopps von Sorrento bis Minori.

Es ist schon einige Zeit her als ich mit einer Freundin die Amalfiküste unsicher machte. Unser Roadtrip startetet in Rom und führte uns über Caserta nach Neapel. Von dort aus gönnten wir uns noch ein paar Tage auf der Insel Capri (dazu bald mehr) und dann hat schon unser einmaliges und unvergessliches Erlebnis begonnen – ein Roadtrip an der wohl schönsten Steilküste der Welt, der Costiera Amalfitana.

Ganz ehrlich gesagt wusste ich damals noch nicht so viel über die Amalfiküste. Ich war selbst noch keine Bloggerin und Positano und Co. noch eher unbekannt. Mittlerweile verbringen Julie Sarinana und viele weitere Influencer gerne mal ein paar Tage dort. Kein Wunder, denn die Gegend ist wirklich unglaublich schön und inspirierend. Aber starten wir erstmal mit ein paar Infos rund um die Amalfiküste.

Costiera Amalfitana – die bekannteste Steilküste Italiens

Die Costiera Amalfitana liegt an der Westküste Italiens, südlich von Neapel. Sie umfasst den Golf von Salerno und einen Teil der Südküste der Sorrentinischen Halbinsel. Vor allem die auf Terrassen angelegten Häuser, die steilen Küsten und die waghalsige Küstenstraße haben die Amalfiküste bekannt gemacht. 1996 wurde diese einzigartige mediterrane Landschaft von UNSECO zum Weltkulturerbe ernannt.

Sorrento

Gestartet haben wir unseren finalen Roadtrip in Sorrent. Die Stadt ist bekannt für ihren Limoncello. Kein Wunder, das die kopfgroßen Zitronen an fast jeder Ecke zu finden sind – die Frucht selbst oder auch einfach als Malerei auf Fliesen und Bildern. Sorrent eignet sich hervorragend um „la dolce vita“ zu genießen. Hier habe ich das beste Eis meines Lebens gegessen und das auch noch in der größten Eisdiele ever.

Kopfgroße Zitronen für den berühmten Limoncello aus Sorrento.

Der Marina Grande in Sorrento.

In Sorrento werden Sandalen noch handgemacht. Hier ist gerade mein Paar in Arbeit.

Entlang kleiner Gassen finden sich viele farbenfrohe Geschäfte, in denen lokale Spezialitäten und echte handwerkliche Produkte verkauft werden. Ich konnte nicht widerstehen und ließ mir Sandalen anfertigen, die ich zuvor selbst designen konnte. In Sorrent gibt es zwei Häfen, Marina Piccolo und Marina Grande. Ersterer biete Anschluss auf die Inseln Capri, Ischia und Procida. Der Marina Grande ist ein Paradies für Feinschmecker. Hier findet man zahlreiche Trattorien, wo man richtig gut essen kann.

Vor dem Sedile Dominova treffen sich ältere Männer zum Kartenspielen.

Linktipp

Urlaub an der Amalifküste: Wissenswertes

Positano

Von Sorrento ging es weiter nach Positano, das wohl malerischste Städtchen an der Amalfiküste. Wer Positano wirklich kennenlernen möchte, der sollte gut zu Fuß unterwegs sein und gegen Treppen nichts auszusetzen haben. Die wunderschöne Stadt erstreckt sich terrassenartig auf einem Hügel bis zum Spiaggia Grande hinunter, dem Hausstrand. Dort finden sich auch einige Bars und Restaurant, von denen aus man den Blick auf das blau-türkise Meer genießen kann.

Die Kirche Santa Maria Assunta mit gelben, grünen und blauen Majolika-Fliesen.

Auch schön ist der Blick hinauf zu den farbigen Häusern, die in die steilen Hänge hineingebaut sind. In den engen Gassen, die alle durch Treppen miteinander verbunden sind, gibt es viele kleine Boutiquen mit typischer Positano-Mode aus Baumwolle und Leinen.

Praiano

Unweit von Positano liegt Praiano, ein Insider Tipp. Der kleine Fischerort ist touristisch eher nicht bekannt. Dass liegt vorrangig auch daran, dass es keine bequeme Straße nach Praiano gibt. Die Kuppel der Kirche San Gennaro mit bunten Majolika-Verzierungen gilt als eine der schönsten der Küste und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Unsere Unterkunft war auch in Praiano. Da wir immer nur einen Tag voraus buchten, war in Positano schon alles voll. Zum Glück, denn ansonsten hätten wir vielleicht nie die beste Pasta auf Gottes Erden (das ist keine Übertreibung, ich träume heute noch davon) gegessen.

Dieses Dinner war allerdings mit einem großen Abenteuer verbunden. Wir beschlossen an diesem einen Abend lieber den Bus anstatt dem Auto zu nehmen um ein Glas Wein am Strand genießen zu können. Was wir nicht wussten ist, 1. dass man für eine Busfahrt an der Amalfiküste einen sehr stabilen Magen und 2. gute Nerven braucht. Die Fahrt war wirklich der Horror und wir landeten aufgrund diverser Verständigungsmöglichkeiten im Nirgendwo.Nach einer Heulattacke aus reiner Angst und Panik machte der Fahrer eine Ausnahme und wir konnten den Bus verlassen. Der Busfahrer ließ uns nach ca. 45 Minuten Horrorfahrt, bei der er nur etwa 40% den Blick auf die schmale, kurvige Straße gerichtet hatte, auf einem einem Hotelparkplatz raus.

Im Hotel bestellten wir dann ein Taxi – auf welches wir übrigens auch ca. eine Stunde warten mussten. Überlegt Euch einfach 10x ob Ihr entlang der Costiera Amalfitana die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchtet. Der Taxifahrer war super lieb und brachte uns in eine kleine Bucht, wo es laut ihm den besten und frischesten Fisch an der ganzen Küste gibt. Wir hatten Glück diesen Insider-Tipp zu bekommen – das Essen war der Wahnsinn. Und wie so oft, hätten wir niemals selbst diese doch sehr spärliche und rustikale Trattoria ausgewählt – abgesehen davon, dass wir sie nie entdeckt hätten.

Die kleine Bucht Marina di Praia.

Tubetti con i Polipetti in der Trattoria Da Armandino – ein Traum.

Mein Appell an Euch alle, die in die Nähe von Positano oder Praiano kommen: Gönnt Euch ein Dinner in der Trattoria Da Armandino in der Marina di Praia. Am besten war das vom Taxifahrer empfohlene Gericht „tubetti con i polipetti“. Diese Pasta wird mit einem Fisch zubereitet, den es nur in dieser Bucht gibt. Unfassbar köstlich!

Ebenfalls sehr nett ist das Lokal La Pirata. Es liegt in auch in der Marina di Praia und bietet eine tolle Aussicht auf das Meer und die gesamte Bucht. Ein Weg entlang der Steilküste führt direkt zur Bar. Der perfekte Ort für eine kleine Pause bevor es weiter geht nach Amalfi.

La Pirata – idyllisch und ruhig gelegen.

Amalfi

Das ehemalige Fischerstädtchen Amalfi ist der Namensgeber der gesamten Küste. Es ist die älteste Seerepublik Italiens. Amalfi ist touristisch recht überlaufen, aber dennoch einen Besuch wert. Vor allem am Domplatz pulsiert das Leben der Stadt. Über eine majestätische Treppe gelangt man über 62 Stufen zum Dom St. Andrea von Amalfi. Die prächtige Fassade ist mit Mosaiken und Goldplatten bestückt. Unglaublich imposant! Der Marktplatz bietet sich hervorragend für einen Aperitivo an, bevor man wieder vor den Touristenmassen flüchtet.

Minori & Maiori

Unser letzter Stopp an der Costiera Amalfitana brachte uns ins kleine Örtchen Minori. Eigentlich stand Maiori auf unserem Plan. Die Stadt hat uns aber leider gar nicht zugesagt und wir sind wieder zurück zur „kleinen Schwester“ gefahren. Ich kann Euch empfehlen, das ebenso zu machen. Minori ist eine Art Ruhepol an der Küste. Hier kommt man her um zu entspannen und Sonne zu tanken. Und man findet das, was entlang der Amalfiküste nicht so selbstverständlich ist: ein Sandstrand.

Der kleine Sandstrand von Minori – ein Ort zum Entspannen.

Eine weitere Besonderheit der Stadt ist, dass Minori über Jahrhunderte eine Hauptstadt der Nudelherstellung war und ist heute noch bekannt für seine hausgemachte Pasta. Klar, dass wir uns auch die nicht entgehen haben lassen. Nach Minori ist für uns die Reise weiter nach Pomeji und auf den Vesuv gegangen bevor wir von Rom wieder nach Wien geflogen sind. Zu diesen Zielen folgt allerdings ein separater Blogpost.

Die Basilica di Santa Trofimena in Minori.

Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag inspirieren und die wunderschöne Amalfiküste schmackhaft machen. Wer nicht gerne Auto fährt, sollte aber die Finger davon lassen. Die Straßen sind unglaublich kurvig und eng. Teilweise mussten wir eine lange Strecke retour schieben, wenn ein Reisebus nicht um die Kurve kam. Wie gesagt, ein Roadtrip an der Costiera Amalfitana ist ein Abenteuer – aber eines, das ich niemals missen möchte. Generell bin ich durch diesen Urlaub ein totaler Fan von Roadtrips geworden. Vor zwei Jahren haben wir uns dann wieder auf die Straße gewagt und Italien, Slowenien und Kroatien unsicher gemacht. Ich liebe es, von einer Stadt zur nächsten zu fahren, viel zu erleben und zu entdecken. Genau das macht einen Urlaub aus, nicht wahr? Ein Roadtrip ermöglicht so viele Stationen und Erinnerungen. Mal sehen, wo es als nächstes hingeht 🙂 Ach ja, Island. Andalusien und Portugal stehen auch schon auf meiner Bucketlist.

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2 Comments
  • Ron
    18.09. 2017

    Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
    Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
    Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
    Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?…

  • Patricia
    25.07. 2017

    So schön, klingt nach einem schönen Urlaub (mit Ausnahme der Busfahrt natürlich)..
    Aber allein die Bilder machen gerade sooo Lust auf Urlaub 😀

    Diesesr Roadtrip bleibt dir bestimmt in Erinnerung 🙂

    Alles Liebe, Patricia

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